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Ökologische Fassade › Holz

Holzfassaden — natürlich altern lassen

Holzfassaden sind der Klassiker der ökologischen Außenhülle. Mit der richtigen Holzart, hinterlüfteter Konstruktion und konstruktivem Holzschutz halten sie Jahrzehnte — und entwickeln dabei ihre eigene silbergraue Patina. Ganz ohne chemischen Holzschutz.

Hinterlüftete Holzfassade im Aufbau: Lärchenbretter auf Konterlattung mit Lüftungsebene

Holzarten im Vergleich

Entscheidend ist das Kernholz: Splintholz gilt bei allen Holzarten als nicht dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 5). Nach DIN 68800-3 darf Holz nur dann wie reines Kernholz eingestuft werden, wenn der Splintholzanteil höchstens 5 % beträgt — ein Punkt, den es bei der Bestellung zu prüfen lohnt.

HolzartDauerhaftigkeitCharakterHinweis
Lärche (Kernholz)Klasse 3–4Harzreich, vergraut nach 2–3 Jahren silbergrau, regional verfügbarSibirische Lärche ist feinjähriger und dadurch etwas dauerhafter als heimische
Douglasie (Kernholz)Klasse 3–4Rötlicher Farbton, vergraut langsamer, gute Verfügbarkeit aus deutschen WäldernDeutlicher Splintholzanteil — auf Kernholz-Qualität achten
ThermoholzKlasse 1–2Esche oder Fichte thermisch behandelt, formstabil, dunkelbraunHöhere Dauerhaftigkeit durch Hitzebehandlung, aber sprödere Oberfläche
Fichte / TanneKlasse 4Günstig, hellBraucht nach DIN 68800-3 zwingend chemischen Holzschutz — für ökologische Fassaden ungeeignet
Faustregel: Für Fassaden ohne chemischen Holzschutz eignen sich Hölzer der Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 3. Lärche, Douglasie, Eiche und Zeder erfüllen das im Kernholz — Fichte und Tanne nicht.

Konstruktiver Holzschutz — die vier Regeln

Nach DIN 68800-2 ersetzt gute Konstruktion den chemischen Holzschutz. Wer diese vier Punkte einhält, braucht bei Lärche oder Douglasie keine Imprägnierung:

1

Hinterlüftung

Lüftungsebene von 15–25 mm zwischen Fassadenschalung und Unterkonstruktion. Sie führt eingedrungene Feuchte ab — die wichtigste Einzelmaßnahme.

2

Spritzwasserabstand

Mindestens 30 cm zwischen Geländeoberkante und unterster Holzkante. Aufspritzendes Regenwasser ist die häufigste Schadensursache im Sockelbereich.

3

Dachüberstand

30–50 cm reduzieren die Schlagregenbelastung erheblich und verlangsamen die Vergrauung an geschützten Flächen.

4

Tropfkanten und Gefälle

Alle horizontalen Abschlüsse mit Gefälle und Abtropfkante ausführen. Stehendes Wasser auf Hirnholz ist der schnellste Weg zum Schaden.

Vergrauung — Patina statt Schaden

Silbergrau vergraute Lärchenholz-Fassadenbretter mit natürlicher Patina

Silbergraue Patina nach einigen Jahren Bewitterung — reine Oberflächenveränderung.

Die Vergrauung ist Oberflächenchemie, kein Substanzverlust: UV-Strahlung baut das Lignin in der äußersten Zellschicht ab, Regen wäscht die Abbauprodukte aus. Zurück bleibt die silbergraue Zelluloseschicht — wenige Zehntelmillimeter dünn. Darunter ist das Holz unverändert.

Weil Sonne und Regen ungleich verteilt sind, vergraut eine Fassade selten gleichmäßig: Wetterseiten schneller, geschützte Bereiche unter dem Dachüberstand langsamer. Wer den einheitlichen Grauton von Anfang an will, wählt vorvergraute Ware oder eine Vergrauungslasur. Wer den warmen Holzton halten möchte, muss regelmäßig nachölen — je nach System und Ausrichtung alle 2 bis 5 Jahre.

Häufige Fragen zu Holzfassaden

Braucht eine Lärchenfassade chemischen Holzschutz?

Nein. Lärchen-Kernholz erreicht Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 und benötigt bei korrektem konstruktivem Holzschutz nach DIN 68800-2 keine Imprägnierung. Zwingend erforderlich wäre chemischer Schutz nur bei Fichte oder Tanne.

Wie breit muss die Hinterlüftung sein?

Üblich sind 15–25 mm Lüftungsspalt zwischen Schalung und Unterkonstruktion, mit Zu- und Abluftöffnungen unten und oben. Ohne durchgehenden Luftweg funktioniert die Trocknung nicht.

Warum vergraut meine Fassade ungleichmäßig?

Weil UV-Strahlung und Schlagregen ungleich auftreffen. Süd- und Wetterseiten vergrauen schneller als geschützte Flächen unter Dachüberständen. Das gleicht sich über die Jahre teilweise an, verschwindet aber nicht völlig.

Was ist der Unterschied zwischen Kernholz und Splintholz?

Kernholz ist der innere, eingelagerte Holzbereich mit natürlich schützenden Inhaltsstoffen. Splintholz ist der äußere, saftführende Bereich — bei allen Holzarten Dauerhaftigkeitsklasse 5. Nach DIN 68800-3 darf Ware nur mit maximal 5 % Splintanteil als Kernholz gelten.

Wie lange hält eine Holzfassade?

Bei Lärche und Douglasie mit korrektem konstruktivem Holzschutz werden 40 bis 60 Jahre genannt. Entscheidend ist weniger die Holzart als die Konstruktion — schlecht belüftete Fassaden versagen deutlich früher, unabhängig vom Material.

Ist Thermoholz ökologisch?

Es kommt ohne Chemie aus — die Dauerhaftigkeit entsteht rein durch Hitzebehandlung, die den Zuckergehalt im Holz abbaut. Dem steht ein erhöhter Energieaufwand im Herstellungsprozess gegenüber.

Im Aufbau: Produktbeispiele, technische Datenblätter und Bezugsquellen für Fassadenprofile werden laufend ergänzt. Für konkrete Projektfragen erreichen Sie uns über die Beratungsanfrage.

Quellen: DIN EN 350 (Dauerhaftigkeit von Holz), DIN 68800-2 (Konstruktiver Holzschutz), DIN 68800-3 (Chemischer Holzschutz), Deutscher Holzschutzverband.

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